22.05.2026 Risikofaktor Routine: Warum Straßenwärter einen gefährlichen Job haben

Als Mitarbeiter einer Straßenmeisterei arbeitet man in einem Beruf mit hohem Gefahrenpotenzial. Gerade Einsätze auf und neben stark befahrenen Straßen bergen zahlreiche Risiken. Das weiß Edelbert Schöpplein, der Leiter der Coburger Kreisstraßenmeisterei, nur zu gut: „Dass an einem unserer Fahrzeuge der Spiegel abgefahren wird, kommt immer wieder mal vor. Aber von schweren Unfällen sind wir in den vergangenen Jahren Gott sei Dank verschont geblieben.“
Damit das so bleibt, gibt es seit rund einem Jahrzehnt den „Risiko Parcours Straßenbetriebsdienst“ der Kommunalen Unfallversicherung Bayern und der Bayerischen Landesunfallkasse. Der machte jetzt beim Landkreis Coburg Station.
Uwe Nestler und Sven Krämer sind im Auftrag der beiden Unfallversicherer bayernweit im Sinne der Sicherheit unterwegs. Einen halben Tag dauert bei ihnen eine Schulung für Straßenwärter. Neben dem Landkreis Coburg als Gastgeber nutzten auch die Landkreise Bamberg, Bayreuth, Haßberge und Lichtenfels sowie die Stadt Neustadt die Gelegenheit, ihre Straßenwärter für die Gefahren ihres Berufs zu sensibilisieren.
Mit ständig erhobenem Zeigefinger steht Uwe Nestler dabei aber nicht vor den Teilnehmern seines Workshops. Klar möchte er die Teilnehmer seiner Schulungen ein bisschen wachrütteln, doch er betont gleich: „Uns ist der Erfahrungsaustausch wichtig.“ Aber auch die Botschaft: „Im Zweifel lieber nicht.“ Soll heißen: Wer sich angesichts des dichten Verkehrs rund um das Kolonnenfahrzeug unsicher fühlt, sollte lieber gar nicht erst aussteigen. Das predigen Uwe Nestler und Sven Krämer immer wieder, weil sie wissen: „Gerade in der Alltagsroutine geht schnell das Gespür für Gefahren und Risiken verloren.“
Deshalb schulen die beiden Instruktoren in Kooperation der Kommunalen Unfallversicherung Bayern sowie der Bayerischen Landesunfallkasse mit moderner Technik die wichtigsten Aspekte für sicheres Arbeiten im Straßenverkehr: den toten Winkel, die richtige Absicherung und die Einschätzung der Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer. Gerade dabei, weiß Uwe Nestler, können Fehler schnell gefährlich werden: „Der Mensch neigt dazu, Geschwindigkeiten schnell zu unterschätzen.“
War der „Risiko Parcours Straßenbetriebsdienst“ anfangs zumeist bei den Autobahnmeistereien im Einsatz, so sind Uwe Nestler und Sven Krämer inzwischen auch oft bei Landkreisen, Städten und Gemeinden zu Gast. „Dort ist die Arbeit nicht minder gefährlich als auf der Autobahn“, weiß Uwe Nestler.
Auf Landstraßen lauern die Risiken schließlich nahezu überall: Gegenverkehr, Fußgänger und Radfahrer stellen zusammen eine echte Herausforderung dar. Beim Workshop werden diese Situationen mit Übungsszenarien aus dem realen Verkehr dargestellt. Denn die wirken wesentlich eindrucksvoller als ein erhobener Zeigefinger.
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