22.04.2026 Wertvolle Wiesen - wo Mensch und Hund nichts zu suchen haben

Braunkehlchen, Wiesenpieper, Wachtelkönig, Bekassine und Kiebitz – für viele dieser Wiesenbrüter ist das Coburger Land ein wichtiger Lebensraum, geprägt von dauerhaft feuchten Wiesen. Da diese Lebensräume jedoch immer seltener werden, sind die Bestände der Wiesenbrüter inzwischen kritisch zurückgegangen. „Bei einigen Arten gibt es gerade noch eine Handvoll Brutpaare im Coburger Land“, sagt Phillip Wagenknecht von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Coburg. Jede Störung während der Brutzeit kann daher dramatische Folgen haben – insbesondere im Frühjahr zwischen März und Ende Juli.
Vogel- und Naturschützer sind jedoch nicht die einzigen, die ein großes Interesse daran haben, dass Hundebesitzer, Wanderer und Radfahrer Wiesenflächen – etwa im Itzgrund – meiden. Der südliche Landkreis ist geprägt von einem artenreichen Mosaik aus extensiv und intensiv bewirtschafteten Flächen. Deshalb steht auch der Bayerische Bauernverband (BBV) ausdrücklich hinter dem Aufruf, auf den Wegen zu bleiben – Mensch wie Hund. Für die Landwirte, die die Wiesen entlang der Itz bewirtschaften, stellt insbesondere Hundekot im Grünfutter ein großes Problem dar. „Es kommt immer wieder zu Todesfällen bei Kühen, die nachweislich auf Hundekot zurückzuführen sind“, sagt Gabriel Lieb, der Geschäftsführer des Coburger Kreisverbandes im BBV. Aus Sicht der Landwirtschaft ist es daher wichtig, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere aufnehmen und ordnungsgemäß entsorgen.
Spaziergänger, Reiter und insbesondere freilaufende Hunde können die Vögel leicht aufschrecken. Was dann passiert, weiß Kerstin Cramer, die als zuständige Gebietsbetreuerin bei der Coburger Kreisgruppe im Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) die Bestände der Wiesenbrüter genau im Blick hat: „Bei plötzlichen Störungen verlassen Wiesenbrüter ihre Nester – Eier und Jungvögel sind dann ungeschützt.“ Kerstin Cramer oder auch Naturschutzwächter wie Hans-Karl Schleicher und Jörg Fischer weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass der Itzgrund als Rückzugsraum für den Vogelschutz unter besonderem Schutz steht.
Weitere ausgewiesene Wiesenbrütergebiete befinden sich unter anderem in den Glender Wiesen, im Offenlandbereich Meeder/Wiesenfeld/Sulzdorf/Beuerfeld, in den Schafswiesen südwestlich von Wiesenfeld sowie in der Rodachaue.
Gerade während der Brut- und Aufzuchtzeit ist es wichtig, geschützte Bereiche nicht zu betreten. Hunde sollten in dieser Zeit unbedingt an die kurze Leine genommen werden. Der Aufruf zielt nicht darauf ab, die Erholung in der Natur einzuschränken. „Es geht vielmehr geht es darum, Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen, sagt Frank Reißenweber, der fachliche Geschäftsführer des Coburger Landschaftspflegeverbands.
Einigkeit besteht darin, dass eine flächendeckende Beschilderung oder gar Sanktionen bei Verstößen – die rechtlich möglich wären – nur das letzte Mittel sein sollten. Stattdessen setzt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Coburg auf Einsicht und Verständnis. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass in Naturschutzgebieten ganzjährig ein Wegegebot sowie ein Verbot für freilaufende Hunde gilt. „Allerdings sind lediglich rund zwei Prozent der Landkreisfläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen“, erklärt Phillip Wagenknecht.
Eine wichtige Rolle bei der Aufklärung übernehmen die vom Landkreis Coburg eingesetzten Naturschutzwächter. Sie sind vor Ort unterwegs und suchen das Gespräch mit Wanderern, Radfahrern und Reitern. Hilfreich ist zudem der „BayernAtlas“, der auch mobil verfügbar ist und den Schutzstatus jeder Fläche im Freistaat anzeigt.
Weitere Informationen bietet der Flyer „Wiesenbrüter im Coburger Land“. Dieser ist unter anderem im Bürgerservice des Landratsamts Coburg erhältlich. Er steht aber auch hier als Download zur Verfügung:
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