05.05.2026 Gesundheitsversorgung neu denken: Landkreis Coburg entwickelt Perspektiven für Community Health Nurse

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Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Krankenkassen, Pflege, Medizin, Regionalplanung und Politik besuchten das Symposium „DorfVital 360° – Dorfschwester neu gedacht“ Ende April.

Wie kann Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum künftig näher am Menschen, präventiver und besser vernetzt gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Symposium „DorfVital 360° – Dorfschwester neu gedacht“ am 27. April im Landkreis Coburg. Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Perspektiven für die Weiterentwicklung der pflegerischen und medizinischen Versorgung in der Region zu erarbeiten.

Knapp 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Krankenkassen, Pflege, Medizin, Regionalplanung und Politik brachten ihre praktischen Erfahrungen ein. Das Symposium war dabei bewusst als Ausgangspunkt angelegt, um gemeinsam tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.

Im Mittelpunkt stand das Konzept der Community Health Nurse (CHN), ein Begriff, der zurückgeht auf das von vielen älteren Generationen geschätzte Berufsbild der Dorfschwester. Dabei verbindet die CHN medizinische, pflegerische und präventive Ansätze im direkten Lebensumfeld der Menschen. 

Diskutiert wurde im Rahmen des Symposiums insbesondere, wie eine CHN dazu beitragen kann, Bürgerinnen und Bürger gerade im ländlichen Bereich frühzeitig zu erreichen, ihre Gesundheitskompetenz zu stärken und bestehende Versorgungsstrukturen sinnvoll zu ergänzen.

Dabei wurde deutlich, dass die Bedarfe deutlich spürbar sind – insbesondere in ländlich geprägten und teils schwer erreichbaren Ortsteilen. Gleichzeitig zeichnete sich eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen teilnehmenden Akteuren ab. Ein Umstand, den auch der Coburger Landrat Sebastian Straubel ausdrücklich begrüßte: „Eine unserer wichtigsten Aufgaben hier in der Kommunalpolitik ist es, die Lebensqualität in unseren ländlichen Regionen zu sichern, stetig zu verbessern und auch dort eine gute medizinische und pflegerische Versorgung sicherzustellen. Dafür brauchen wir innovative Ansätze, pragmatische Lösungen und gemeinschaftlichen Rückenwind aus Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft.“ Das Konzept der CHN biete genau das, nämlich eine verlässliche und nahbare Anlaufstelle für Ort, die medizinische Versorgung, Prävention und Pflege miteinander verbindet. 

Die möglichen Aufgaben einer CHN wurden von den Teilnehmern des Symposiums vielfältig beschrieben und abhängig vom jeweiligen Sozialraum bewertet. Während in einigen Gemeinden die pflegerische Versorgung im häuslichen Umfeld im Fokus stehen könnte, sehen andere den Schwerpunkt in der Koordination bestehender Angebote oder in einer stärker medizinisch ausgerichteten Unterstützung. Wichtig: Zielgruppe für die CHN ist stets die gesamte Bevölkerung – vom Säugling bis ins hohe Alter.

Herausforderungen wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem im Zugang zu bereits bestehenden Angeboten identifiziert, beispielsweise lange Wege, eingeschränkte Mobilität und eine schwer überschaubare Versorgungslandschaft. Hinzu komme der Fachkräftemangel im medizinischen und pflegerischen Bereich. Gleichzeitig wurde deutlich, dass neben dem Ausbau neuer Angebote insbesondere die bessere Vernetzung bestehender Strukturen großes Potenzial bietet – auch unter Einbeziehung digitaler Lösungen. Die aufsuchende Arbeitsweise einer CHN soll künftig dazu beitragen, insbesondere schwer erreichbare Zielgruppen einzubinden und präventive sowie beratende Angebote zu stärken.

Ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums lag auf der Frage nach Organisation und Finanzierung. Hier wurde betont, dass klare Rahmenbedingungen notwendig sind – darunter eine eindeutige Aufgabenbeschreibung, die abgestimmte Einbindung in bestehende Strukturen sowie tragfähige Finanzierungsmodelle.

Zu einer weiteren Vertiefung der Ergebnisse ist ein zweites Symposium geplant. Dieses soll weitere offene Fragen klären und die nächsten Umsetzungsschritte gemeinsam mit allen Beteiligten konkretisieren. Dafür setzten die Beteiligten bereits jetzt ein starkes Signal: Die Teilnehmenden bekräftigten mit ihrer Unterschrift die gemeinsame Vision einer wohnortnahen, vernetzten und präventiven Gesundheitsversorgung.

Das Symposium zeigte eindrucksvoll: Die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gelingt nur durch enge Zusammenarbeit, innovative Ansätze und eine konsequente Ausrichtung am Sozialraum. Die CHN kann hierbei eine zentrale Rolle spielen, um Versorgung effizienter zu gestalten und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung nachhaltig zu stärken.

Ein besonderer Dank gilt der AOK Coburg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, dem Zukunftsraum Demografie für die finanzielle Unterstützung sowie Dr. David Rester (LUCE-Stiftung, Weiherhammer) und Anna Pahl (Technische Hochschule Deggendorf) für die fachliche Begleitung.

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In kleinen Arbeitsgruppen brachten die Teilnehmer ihre praktischen Erfahrungen zum Thema „Dorfschwester“ ein.
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Im Rahmen des Symposiums wurde deutlich, dass die Bedarfe deutlich spürbar sind – insbesondere in ländlich geprägten und teils schwer erreichbaren Ortsteilen.

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