01.04.2026 Konzept des Landkreises Coburg zur Pflege vom Freistaat Bayern ausgezeichnet

Die Delegation des Landkreises Coburg gemeinsam mit Ministerin Judith Gerlach.
Nach der Preisverleihung in Regensburg (von links): Sebastian Straubel, Kathrin Jouma, Judith Gerlach und Anja Zietz.Foto: Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Beim vierten Pflegekongress „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ im Regensburger Marinaforum sind herausragende Projekte zur Weiterentwicklung der Pflege ausgezeichnet worden. Zu den Preisträgern zählt auch das Projekt „DorfVital 360°: Prävention und Pflege durch Gemeindegesundheitskräfte“ des Landkreises Coburg, das im Wettbewerb „Innovative Wege zur Pflege – Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft“ den zweiten Platz belegte.

Stellvertretend für den Landkreis nahmen Landrat Sebastian Straubel sowie Anja Zietz, Kathrin Jouma und Vanessa Kaiser aus der Stabstelle für Gesundheit, Pflege und gesellschaftlichen Zusammenhalt an der Preisverleihung teil.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach betonte die Bedeutung zukunftsfähiger Versorgungsstrukturen: „Wir brauchen zukunftsfähige und dezentrale Lösungen im Pflegebereich, die insbesondere die häusliche Pflege stärken. Das ist mir ein wichtiges Anliegen, denn rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut.“

Mit der Auszeichnung knüpft das Projekt an frühere Erfolge an: Bereits zweimal wurde die Entwicklungsarbeit im Landkreis im Rahmen des Bayerischen Demografiepreises gewürdigt. Die erneute Platzierung unterstreicht die Innovationskraft der Region.

Im Zentrum des Projekts steht die Idee, sogenannte Community Health Nurses (CHN) als kommunal verankerte Gesundheitsfachkräfte nachhaltig in bestehende Strukturen zu integrieren. Ziel ist ein sozialraumorientiertes Konzept, das Prävention, Pflege und medizinische Unterstützung im ländlichen Raum eng miteinander verzahnt.

Der Ansatz basiert auf drei zentralen Säulen: Prävention und Gesundheitsförderung, pflegerische Unterstützung sowie ergänzende medizinische Versorgung. Ziel ist es, die Gesundheit langfristig zu erhalten, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Gleichzeitig werden Bürgerinnen und Bürger sowie pflegende Angehörige individuell beraten, begleitet und bei der Organisation passender Hilfsangebote unterstützt. In enger Abstimmung mit Hausärzten und medizinischen Einrichtungen übernehmen Community Health Nurses zudem – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – medizinische Aufgaben.

Ein besonderer Fokus liegt auf der frühzeitigen Bedarfserkennung, der Prävention sowie der Stärkung der Gesundheitskompetenz. Gerade in ländlichen Regionen fehlen häufig niedrigschwellige und wohnortnahe Ansprechpersonen. Hier setzt „DorfVital 360°“ an: Menschen werden gezielt durch das komplexe Gesundheits- und Pflegesystem begleitet und erhalten bei Bedarf praktische Unterstützung. „Wir wollen bestehende Angebote vernetzen, Versorgungslücken schließen und individuelle Unterstützungsstrukturen aufbauen“, betont Landrat Sebastian Straubel.

Das Projekt zeichnet sich zudem durch innovative Elemente aus. Dazu zählen die enge Verzahnung der verschiedenen Versorgungsbereiche sowie die gezielte Einbindung digitaler Lösungen, etwa telemedizinischer Anwendungen und digitaler Präventionsangebote. Durch die Zusammenarbeit von Hausärzten, Pflegediensten, Kliniken, Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden und kommunalen Einrichtungen entsteht ein starkes Netzwerk. Welche Rolle darin die Community Health Nurse einnimmt, erläutert Kathrin Jouma: „Sie ist die zentrale Koordinationsstelle und sorgt dafür, dass Bürgerinnen und Bürger passgenau die Unterstützung erhalten.“

Ministerin Judith Gerlach machte in Regensburg deutlich: „Die Aufstellung einer zukunftsfähigen Pflegeinfrastruktur kann nur als Teamleistung gelingen.“ Der Pflegekongress habe gezeigt, dass innovative Ideen und starke Netzwerke entscheidend dazu beitragen, die Pflege in Bayern nachhaltig weiterzuentwickeln.

anessa Kaiser, Anja Zietz, Kathrin Jouma und Sebastian Straubel stehen vor einem Banner des Freistaats Bayern mit der Urkunde des Wettbewerbes "Innovative Pflege" in der Hand.
Die nächste Auszeichnung für den Landkreis. Vanessa Kaiser, Anja Zietz, Kathrin Jouma und Sebastian Straubel (von links) mit der Urkunde für den zweiten Preis im Landeswettbewerb für innovativen Ideen zur Pflege der Zukunft.Foto: privat

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