Sitzung: 14.03.2024 Kreistag
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Abstimmung: Ja: 51, Nein: 4, Enthaltungen: 55
Vorlage: 016/2024
Beschlussvorschlag
Das gemäß Art. 64 LKrO i.V.m. § 24 KommHV für die Jahre 2023 - 2027 aufgestellte Investitionsprogramm des Landkreises Coburg hinsichtlich der Bau- und Beschaffungsmaßnahmen des Tiefbaus wird gebilligt. Es ist Bestandteil dieses Beschlusses, ebenso der Finanzplan für die Jahre 2023 – 2027.
Sachverhalt
Nach Art. 64 LKrO hat
der Landkreis seiner Haushaltswirtschaft eine fünfjährige Finanzplanung
zugrunde zu legen. Kernstück der Finanzplanung ist ein Investitionsprogramm,
das jährlich der Entwicklung anzupassen und fortzuführen ist. Im
Investitionsprogramm sind die im Planungszeitraum vorgesehenen Investitionen
und Investitionsförderungsmaßnahmen nach Jahresabschnitten aufzunehmen. Jeder
Jahresabschnitt soll die fortzuführenden und neuen Investitionen mit den auf
das betreffende Jahr entfallenden Teilbeträgen wiedergeben (§ 24 Abs. 2
KommHV).
Letztmals am 16.02.2023
hat der Kreistag ein Investitionsprogramm für die Jahre 2022 – 2026
beschlossen.
Den gesetzlichen
Vorschriften entsprechend wurde dieses letzte Programm überarbeitet und neu
gefasst. Gründe für Veränderungen oder Abweichungen zur früheren Planung sind:
a)
Wegfall
des Finanzplanungsjahres 2022 und Neuerfassung des Jahres 2027
b)
Wegfall
oder Neuaufnahme oder Umplanung von Maßnahmen
c)
Verschiebung
von Maßnahmen innerhalb der Finanzplanungsjahre
d)
neue
Erkenntnisse über die Kostenhöhe (z. B. durch Vorlage von konkreten
Planungsunterlagen
etc.)
Mit Ausnahme der Zuschüsse ist über die Finanzierung der einzelnen Vorhaben im Investitionsprogramm nichts ausgesagt. Es steht jedoch außer Zweifel, dass sie im Zusammenhang mit dem Gesamthaushalt, der Leistungsfähigkeit des Landkreises (und seiner Städte und Gemeinden) sowie auch unter dem Gesichtspunkt des Einsatzes von Fremdmitteln gesehen werden muss (s. auch Finanzplan).
Der Kreiskämmerer stellt den Haushalt anhand einer Präsentation vor.
Diese ist als Anlage beigefügt.
Haushaltsrede des Landrats
Deutliches
Zeichen dafür, dass es heuer alles andere als einfach war, einen Haushalt auf
die Beine zu stellen. Es gab viele Beratungen,
Abstimmungen, auch unterschiedliche Meinungen, aber immer Einigkeit beim Ziel:
Der Landkreis Coburg und seine Gemeinden müssen handlungsfähig bleiben.
Das wird aber
immer schwerer. Es gab sogar Momente, da waren wir überzeugt: Das funktioniert
heuer schon alles nicht mehr. Doch die kommunale Familie steht. Dieses Jahr
benötigen wir den gemeinsamen Schulterschluss noch viel enger als in der
Vergangenheit. Es geht um den Landkreis, es geht aber auch um jede Stadt und
Gemeinde im Landkreis. Es geht nur gemeinsam!
Mit unserer Not
stehen wir nicht alleine. Viele Landkreise – quer durch Deutschland – haben die
gleichen Probleme. Den Kommunen in
Deutschland geht die Luft aus. Es wird Zeit, dass wir Unterstützung bekommen. DAS
ist die Botschaft, die mit diesem Haushalt heute an die Öffentlichkeit gehen
soll. Aber unser Haushalt steht. Zum Glück! Deshalb gleich an dieser Stelle:
Dank an alle,
die daran beteiligt waren, diesen Haushalt unter extrem schwierigen
Rahmenbedingungen zu erarbeiten.
* Kämmerer Christian
Kern (sein erster Haushalt) und sein Team.
* Ältestenrat,
Mitglieder KSA + Bauausschuss, Fraktionen für den sachlichen Dialog mit dem
Kämmerer
* Gesamte
Verwaltung
Bei allen war
die Erkenntnis da: Wir sind einer Situation, in der nicht alle Wünsche erfüllt
werden können. Wir sind in einer Phase, in der man Kompromisse finden muss.
Das heißt aber
nicht, dass wir den Haushalt auf ein Maß zusammengestrichen haben, das keine
Entwicklung mehr zulässt.
Wir haben
Projekte verschoben, aber nicht gestrichen. Das, was wir zu tun haben,
verlieren wir nicht aus dem Blick. Wir investieren weiter mit Augenmaß und dem
Blick auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten in die Zukunft. Ganz oben steht
dabei die Sicherung der stationären Gesundheitsversorgung für unsere Menschen
im Coburger Land. Diese ist eine Pflichtaufgabe für uns als Landkreis. Deshalb
sind wir in der Pflicht, hier Verantwortung zu übernehmen. Aber wir investieren
auch in andere Bereiche, um die Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und
Bürger zu sichern und sogar auszubauen.
Der Landkreis
Coburg investiert in seine Schulen:
* über 4
Millionenen Euro
plus 1,5
Millionen Euro für die neue Turnhalle ins Arnold-Gymnasium in Neustadt
* 200.000 Euro
in die Glockenbergschule in Neustadt
* und im
nächsten Jahr in die Sanierung der Schaumbergerschule
Der Landkreis
Coburg unterhält und verbessert die Verkehrsinfrastruktur, die für einen
ländlichen Raum unerlässlich ist:
* Wir beginnen
mit dem Radweg an der CO 12 zwischen Schafhof und Wohlbach
* Wir bauen den
Seßlacher Berg an der Kreisstraße Kreisstraße CO 25 aus.
Der Landkreis
Coburg unterstützt Firmengründer, Ehrenamtliche und kämpft gegen den
Personalmangel im Pflegebereich. Wir unterstützen die Feuerwehren und
verbessern damit die Sicherheit unserer Bevölkerung, indem wir uns heuer mit
1,45 Millionen Euro an der Anschaffung von drei Fahrzeugen über den Landkreis
beteiligen. Von den Pflichtausgaben
wie den sozialen Leistungen, der Jugendpflege und einer vielbeachteten
Seniorenarbeit ganz zu schweigen.
Im Anschluss an
die Ausführungen des Landrats tragen die Fraktionsvorsitzenden Rainer Mattern
(CSU/LV), Marco Steiner (Freie Wähler), Frank Rebhan (SPD), stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Dagmar Escher (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Markus Mönch (ULB)
und Kreistagsmitglied Christoph Raabs (ödp) ihre Haushaltsreden vor.
Weiterhin hält
der Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberfranken des Bayerischen Gemeindetages,
Bernd Reisenweber, eine Ansprache zum Haushalt.
